Unverzeihliche Jugendsünde
Ministrantin warst du einstmals.
Ach, was soll's? Auch ich war fromm.
Wollt' mit Weihrauch dafür sorgen,
dass ich in den Himmel komm'.

Schnell hinweg mit Weihrauchnebeln!
Und mit Zeit kommt ruckzuck Rat.
Und so kam's, dass bald wir schwärmten
für das selbe Attentat.

Wickeltest in Jugendblüte
Feutel um den Schwanenhals.
Mea culpa, Palitücher-
ich auch trug die ebenfalls.

Und dann warst du -peinlich, peinlich!-
in der KPD/ML.
Mein Verein -na klar!- war besser,
jedenfalls nicht ganz so grell.

Meine Schande? Deine Schande?
Amnestie! Absolution!
Immerhin: Bausparverträge
hassten wir mit siebzehn schon.

Nun: vorüber und vergessen,
halb vorbei und halb verdrängt,
längst verarbeitet und -ziehen.
Schlussstrich jetzt: Geschenkt! Geschenkt!

Deine jüngste Jugendsünde
-Zeitgeistsklavin! Reife Frau!-
jetzt im Jahr zweitausendneun,
-jugendtümelnd! Ganz genau,

Diese letzte Jugendsünde
ist's, die ich dir nie verzeih':
Über deinem Pfirsichhintern
dieses ekle Arschgeweih.

(If I were -is' nich' unmöglich-
irgedwann ein reicher Mann,
zu dem allerteuersten Chirurgen
schickt' ich dich als erstes dann.

Nicht mit Klopapier, mit Messer
wischt' er weg den Tattoo-Scheiß
von dem derzeit noch versauten
doch sonst tadellosen Steiß.)