Kettenrauchermenschenketten
So -jetzt reicht's!- drei arme Wirte
hängen sich -meint Bild- pro Monat auf.
So -gleich raucht's- wir armen deutschen
Raucher ham da eine Antwort drauf.

Eingesperrt im Raubtierkäfig:
Kinder gaffen uns im Bahnhof an.
"Guckt mal!", raunen die Großeltern.
"Da qualmt dieser lungenschwarze Mann."

Jetzt heraus aus Raucherhöhlen!
Los! Auf die Straßen! Los! Raus ans Licht!
Und dann schwer betroffen klagen
wie's seit je dem Landesbrauch entspricht.

Mit Auf-Barrikaden-Gehen
nimm das nicht so wörtlich! Ganz gemach!
Und wie and're Opfergruppen
kämpfen wir gewaltlos uns're Sach'.

Händchen halten, Lichterketten
und auch selbstgebrautes Bier,
selbstbemalte Transparente:
"Ey du, meine Lunge gehört mir."

Kette rauchen, Ketten bilden,
beides, Leut', Genossen, tut jetzt Not.
Kettenrauchermenschenketten
brauchen wir mehr als das täglich' Brot!

Von der/Vom Gesundheitsterror-
zum/zur FinanzministerIn:
fünfundzwanzigtausend rauchend
Hand in Hand quer durch die Stadt Berlin.

Fünfundzwanzigtausend Herzen,
fünfzigtausend Fäuste, glühend auch,
fünfzigtausend Zigaretten:
Ey, das machte doch genügend Rauch.

Also los: Organisieren!
Nimm den Stammtischbruder an die Hand!
Raucher-Lounges und Eckkneipen
von der City-Ost, -West zum Stadtrand.

Die Straßen dicht. Rien ne va plus.
Nichts geht da mehr. Was wolln wir wetten?
Nichts zu verlier'n ham die da obn
als Kettenrauchermenschenketten.